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[BLOG] Das Angebot

Wie bessere Beteiligung, freimütige Offenlegung und gemeinsame langfristige Ziele Medizingeräte-Unternehmen helfen können, den richtigen Etikettierungspartner zu finden. Dave Taylor von PRISYM ID erklärt, warum sich alles um das Angebot dreht.

Die kürzliche Einführung von UDI-Anforderungen haben viele Medizingeräte-Hersteller überzeugt, ihre Etikettierungsfähigkeiten zu überprüfen. Dies hat zusammen mit anderen regulatorischen und technischen Entwicklungen sowie Markttreibern zu einer wachsenden Anzahl von Unternehmen geführt, die Ausschreibungen an Anbieter von Etikettierlösungen herausgeben, damit diese sich mit dieser Schlüsselgeschäftstätigkeit befassen. Viele Organisationen übersehen jedoch immer noch die strategische Bedeutung der Etikettierung und unterschätzen ihre Auswirkung auf die Lieferkette. Dies ist in Ausschreibungen ersichtlich, die nicht den vollen Umfang des Managements des Etikettierlebenszyklus erfassen und sich zu oft auf die Behandlung spezifischer punktueller Probleme statt auf die Förderung des langfristigen Geschäftswerts konzentrieren. Als Ergebnis nutzen Unternehmen das wahre Potenzial integrierter Etikettierlösungen nicht. Darüber hinaus werden die inhärenten, sich daraus ergebenden Vorteile von Effizienzeinsparungen, Produktivitätsgewinnen und erhöhter Rentabilität nie realisiert. Es ist ein gängiges Problem – das aber ganz einfach überwunden werden kann. Die erfolgreichsten Unternehmen sind die, die neue Überlegungen in ihre Ausschreibungsprozesse integrieren und dabei potenzielle Partner einbeziehen, um Angebote zu entwickeln, die einen langfristigen Geschäftswert liefern – und für eine nachhaltige, harmonische Partnerschaft sorgen.


Unanständige Angebote
Etikettierung ist einer der umfassendsten und einflussreichsten Prozesse in jeder Fertigungsorganisation. Ein ehemaliger CEO bei einem größeren multinationalen Biowissenschaftsunternehmens lieferte einmal die famose Beschreibung, dass er, als er die Etikettierungsvorgänge in seinem Unternehmen untersuchte, fand, dass sie jede Abteilung durchliefen, drei Mal von der Wand abprallten und jedes Mal wieder in die Mitte zurückkehrten. Dies ist keine Übertreibung. Etikettierung ist zweifellos eines der wichtigsten geschäftskritischen Geschäftssysteme bei Medizingeräten. Die Etikettierungsdokumentation fördert nicht nur die Patientensicherheit, ohne diese gibt es kein Produkt, keinen Umsatz und keinen Gewinn. Umgekehrt fördern suboptimale Etikettierungsprozesse die Ineffizienz, erhöhen die Gefahr von Produktrückrufen und gefährden möglicherweise die Patientenversorgung.
Trotzdem betrachten viele Organisationen die Etikettierung als taktische Aktivität und nur als eine Komponente der Lieferkettenvorgänge. Sie befindet sich häufig in ihrem eigenen Bunker, ausgeführt von primitiver Etikettierungssoftware, die genau das macht, was auf der Verpackung angegeben ist: Sie produziert Etiketten. Und wenn Betriebsleiter eine neue Herangehensweise an die Etikettierung suchen, betrachten sie dies folglich im Allgemeinen als technische Aufgabe und weisen das IT-Team an, die Ausschreibung zu entwickeln. Das resultierende Dokument umfasst üblicherweise eine lange, funktionsorientierte Liste mit IT-Anforderungen. Dies ist der falsche Ausgangspunkt und führt ausnahmslos zu suboptimalen Ergebnissen.
Viele Ausschreibungen haben ein Problem damit, zu definieren, wonach Unternehmen bei einer Etikettierlösung suchen. Dies erfordert einen Ansatz auf Unternehmensebene, um festzustellen, welche Wirkung ein System für das Management des Etikettierlebenszyklus in Bezug auf die Effizienz von Betriebsabläufen, Risikomanagement, Erfüllung gesetzlicher Auflagen, Konsolidierung und – in manchen Fällen – Expansion haben kann.
Die effektivsten Herangehensweisen beginnen mit einer umfassenden Analyse der Geschäftsziele und der Faktoren, die die Veränderung der Organisation vorantreiben. Durch das Verständnis, was ein Unternehmen erreichen möchte, und die Entwicklung einer funktionsübergreifenden Anerkennung, wie die Etikettierung fast jede Abteilung beeinflusst, können Beteiligte Ausschreibungen verfassen, die an strategischen Zielen ausgerichtet sind und echte geschäftliche Anforderungen widerspiegeln.
Den meisten Etikettierungsausschreibungen liegt ein spezifisches Geschäftsproblem zu Grunde. Sie könnten durch Rückrufe angeregt oder als Reaktion auf aufsichtsrechtliche Herausforderungen oder Probleme mit dem Durchsatz entstehen. Aber durch die bloße Konzentration auf bestimmte Problempunkte werden Ausschreibungen im Allgemeinen zu eng gefasst und funktionell und decken als Folge keine Bereiche auf, in denen integrierte Systeme zur Förderung des Geschäftswerts beitragen können.


Mehr Beteiligung
Die proaktivsten Organisationen haben für eine Anbieterbeteiligung gesorgt, die in den letzten Jahren aus dem Ausschreibungsprozess verschwunden ist. In einem Versuch, die Systemauswahl und Implementierung zu beschleunigen, verzichten viele Unternehmen auf den wichtigen frühzeitigen Dialog mit potenziellen Partnern – und ihnen entgeht damit Möglichkeit, das Problem zu diagnostizieren und die Lösung zu finden. Die intelligentesten Unternehmen haben den Wert einer solchen Beteiligung erkannt. Einige ermutigen Six-Sigma-Experten aus ihrer Fertigungsumgebung, mit Anbietern zusammenzuarbeiten, um ihre strategischen Ziele mitzuteilen und die Prozessineffizienzen zu identifizieren, die den Fortschritt behindern. Wenn taktische IT-Anforderungen ein gängiges und restriktives Merkmal des Ausschreibungsprozesses wären, würden Unternehmen zweifellos von der Wiedereinsetzung offener Workshops rund um geschäftlicher Antriebsfaktoren profitieren, die es Anbietern ermöglichen, Gelegenheiten für Zusatznutzen über den gesamten Etikettierlebenszyklus zu finden.
Aber diese Herangehensweise ist u. U. nicht immer möglich. Als Alternative könnten Organisationen die Ausweitung des Umfangs und Inhalts ihrer Ausschreibungen überlegen. Eine gute Ausschreibung fordert Anbieter immer mit Fragen rund um das Know-how und die Herangehensweise heraus – die besten beinhalten aber ebenso Informationen über den Hintergrund des beauftragenden Unternehmens, die Antriebsfaktoren und den Kontext. Es ist eine übliche Herangehensweise: Wenn eine Beziehung gedeihen soll, ist eine frühe und transparente Offenlegung von „Leichen im Schrank“ immer eine gute Idee. Mit welchen Herausforderungen war das Unternehmen in der Vergangenheit konfrontiert? Was ist der Katalysator für die Veränderung – ist es eine korrigierende oder präventive Maßnahme? Zeigt die Ursachenanalyse ein Qualitätsproblem auf oder gibt es einen Fehler im vorhandenen Etikettiersystem? Durch Mitteilung dieser Problempunkte können Anbieter ihre Angebote individuell anpassen, um Services und Lösungen zu entwerfen, die bekannte strategische Anforderungen erfüllen. Indem sie diese verbergen, riskieren es Unternehmen, die ganzheitlichen Vorteile des Managements des Etikettierlebenszyklus zu verpassen, und stehen am Ende mit Implementierungen da, die nur eng gefasste, punktuelle Ziele erfüllen.
Die Möglichkeit, die Etikettendokumentation zu verwalten und zu prüfen, bevor sie in den Distributionszyklus gelangt, ist ein weiterer Bereich, der durch den Ausschreibungsprozess nur selten identifiziert wird. Die Sicherstellung der Datenintegrität ist eine wichtige Herausforderung, die, wenn sie nicht optimal behandelt wird, erhebliche Auswirkungen hat. Die inhärenten Kosten einer falschen Entscheidung sind ein wichtiger geschäftlicher Faktor mit Folgen für die Produktivität, Rentabilität und Patientensicherheit. Jedoch sind überraschenderweise nur wenige Unternehmen fähig, die Auswirkung und Kosten von Etikettierungsfehlern zu quantifizieren. Die Fähigkeit, diese Kosten zu messen sowie die Grundursache zu identifizieren und beheben zu können, ist äußerst wichtig – aber auch diese wichtigen Metriken berücksichtigen Ausschreibungen häufig nicht.
Die wahren Kosten einer einzigen globalen Veränderung an einem Etikett können astronomisch sein. Eine einzige Veränderung kostet durchschnittlich ca. 500.000 US-Dollar. In einem Beispiel, bei dem ein Hersteller einen Etikettenfehler zum Glück entdeckte, bevor die Waren das Distributionszentrum verließen, kosteten die nachfolgenden Verzögerungen und Überarbeitungen des Produktionsprozesses dem Unternehmen über 20 Millionen US-Dollar. Dies ist ein wichtiger Weckruf, jedoch steht die Notwendigkeit, eine vollständige Sichtbarkeit und Analyse über den gesamten Etikettierlebenszyklus sicherzustellen, nur selten im Fokus üblicher Ausschreibungen.


Perfekte Harmonie
Medizingeräte-Unternehmen können erhebliche Effizienzgewinne auf der Produktionsebene erhalten, indem sie einfach ihre Etikettiersysteme harmonisieren – aber auch dies wird im Ausschreibungsprozess häufig vernachlässigt. In einer globalen Branche besitzen multinationale Organisationen natürlicherweise eine hohe Anzahl an Produktions- und Fertigungsstätten auf der ganzen Welt – und die Vorteile einer Harmonisierung der Etikettierung über diese Standorte sind, nicht zuletzt in Bezug auf Produktivität, Beschaffung und betriebliche Agilität, enorm. Trotzdem enthalten Ausschreibungen diese Informationen nur selten und liefern nur selten eine umfassendere Quantifikation der Organisation und der Entitäten, die von der Etikettierung betroffen sind. Durch Einbeziehung genauerer Informationen über die Größe, den Umfang und die Eigenschaften der Fertigungsstätten von Unternehmen befinden sich Anbieter in einer besseren Position zum Vorschlagen von Lösungen für das Management des Etikettierlebenszyklus, die einen erheblichen Geschäftswert fördern – und quantifizieren – können. Die harmonisierte Herangehensweise verspricht wichtige Vorteile in Bezug auf die Eindämmung von Kosten und die Steigerung der Produktivität – was sich alles auf die strategischen Geschäftsziele niederschlägt, die einer Ausschreibung zugrunde liegen sollten.


Der Abschluss
Die derzeitige Herangehensweise der Branche an Ausschreibungen für Etikettierlösungen ist voller potenzieller Probleme – aber mit einigen kleineren Anpassungen und einer effektiveren Beteiligung kann die Auswahl des geeignetsten Partner ganz einfach verbessert werden. Um Fortschritte zu erzielen, müssen sich Unternehmen von der Konzentration auf IT-Anforderungen weg bewegen und sich stattdessen auf Geschäftsziele als Antriebsfaktor in einer Ausschreibung konzentrieren.
Das Management des Etikettierlebenszyklus ist eine strategische Überlegung mit Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette. Das Finden des richtigen Partners ist der Schlüssel für langfristigen Erfolg – und dabei dreht sich alles um das Angebot.